++++ Einst Bauernhof, jetzt Fußballplatz ++++

Kallenhardt. Als "Ali" Teipel den roten Rasen im Dorfpark glühen ließ, erlebte der TV Kallenhardt seine erfolgreichsten Jahre. Das Dorfparkstadion sah in seiner 47-jährigen Geschichte schon einige Höhen, Tiefen und einige kuriose Momente. 

Vorgeschichte

Anfang der 1920er Jahre tobte im beschaulichen Bergdorf eine große Rivalität. Auf der einen Seite gab es den DJK Kallenhardt, beheimatet auf Mettens Wiese unten an der Mühle. Auf der anderen Seite der TV Kallenhardt, der auf Schruivers Wiese an Dohlen Scheune sein Domizil aufgebaut hatte. Beide Vereine spielten Fußball und lebten eine gesunde Rivalität, die bei direkten Aufeinandertreffen auch gerne mal mit einigen Fausthieben ausgelebt wurde. 1922 legte man die Differenzen beiseite und fusionierte zur Fußballabteilung des TV Kallenhardt.
Schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass ein neuer Sportplatz hermusste. Auch, weil man auf „Schruivers Wiese“ immer mit den Hinterlassenschaften der Schafe zu kämpfen hatte, die unter der Woche dort grasten.
Ein passendes Gelände wurde zunächst auf Hellermanns Wiese am Knüvel gefunden. Dort kickten die Kallenhardter so lange, bis ihr neuer Platz an der Sandkuhle, dem heutigen Hof Pieper, fertiggestellt wurde. 
 

Geschichte
Anfang der 1970er Jahre sollte dann ein neuer Standort für den Sportplatz gefunden werden. Fündig wurden die Verantwortlichen bei Bauer Pieper, dem die Fläche in der Nähe der Schützenhalle gehörte. Pieper stimmte einem Tausch zu und errichtete seinen Hof am Standort des alten Platzes, während mitten im Dorf der neue Platz entstand. „Ich war gerade in der Grundausbildung bei der Bundeswehr als der neue Platz kam“, erinnert sich Josef Schmidt, ehemaliger Vorsitzender, jetziger Platzwart und wandelndes TVK-Lexikon. 1970 war das. Ein Jahr später erfolgte die Eröffnung des neuen Sportzentrums, das auch die Turnhalle umfasste. Drei Jahre später folgte der Bau der Flutlichtanlage, 1982 kam die Tribüne hinzu, die im Laufe der Zeit noch einmal erweitert wurde. Zehn Jahre danach kam der Biergarten. 1997 wurde der Platz umfassend saniert.
Ein Meilenstein folgte im Jahr 2014 als der Tennenplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wurde. Am 27. September 2014 wurde die Anlage mit einem großen Festakt auf dem Sportplatz eröffnet.
Sportlich erlebte das Dorfparkstadion seine größte Zeit in den 1980er Jahren. 1980 wurde mit dem Einzug in die zweite Runde des Westfalenpokals und dem Gastspiel des damaligen Oberliga-Tabellenführers FC Paderborn ein großer Erfolg gefeiert. „Wir haben nur 0:3 verloren und uns super verkauft. Da hat unter anderem Uwe Erkenbrecher mitgespielt. Das war für die ganz schön peinlich, gegen einen B-Ligisten nur 3:0 zu gewinnen“, blickt Schmidt zurück, der in seinem Archiv dutzende Zeitungsausschnitte aus der damaligen Zeit eingepflegt hat.
Ab 1983 folgte dann die sportlich beste Zeit der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft stieg unter Trainer Müller in die Kreisliga A auf und wurde dort auf Anhieb Herbstmeister. Mit dem TSV Rüthen und SW Eikelohe leistete man sich ein packendes Duell um den Aufstieg in die Bezirksliga. Am Ende stand für die Kallenhardter der dritte Platz zu Buche. Star der Mannschaft war Torjäger Alfred „Ali“ Teipel, der sich mit 32 Treffern die Torjägerkanone sicherte. „Er war ein echter Vollblutstürmer. Leider wurde er in den Spielen häufig so hart rangenommen, dass er lange verletzt war und schon mit Mitte 20 seine Karriere beenden musste“, erzählt Schmidt.

Neben den Herren unterhielt der TVK auch eine erfolgreiche Damenmannschaft, die zwischen 1985 und 1991 Erfolge feierten. Auf Initiative von Klaus-Peter Rinkowski wurde die Mannschaft zum Spielbetrieb angemeldet. Unterstützt wurde Rinkowski von Heinz Farbowski und Bernd Kruse. Im ersten Jahr erreichte die Mannschaft den vierten Platz in der Mädchen-Kreisliga. 1986 waren die Mädchen am Saisonende punktgleich mit Teutonia Lippstadt und mussten in ein Entscheidungsspiel, das sie in Störmede mit 1:0 gewannen.
Ein Jahr später wurde aus der Mädchen- eine Damenmannschaft. Mangels Personal musste die Mannschaft 1988 mit den Frauen des TuS Belecke zusammengelegt werden. Ein erfolgreicher Schritt, der die Spielerinnen aus Kallenhardt bis in die Landesliga führte. Dort hielt sich die Mannschaft drei Jahre lang.
Nach dem Abstieg hörten die Kallenhardter Frauen jedoch mit dem Fußballspielen auf, sodass das Kapitel Frauenfußball beim TV Kallenhardt wieder geschlossen wurde.
Seit dieser Zeit pendelt der TV Kallenhardt zwischen der Kreisliga A und Kreisliga C. An der Rückkehr in die Kreisliga A scheiterte der TVK im Jubiläumsjahr 1997 knapp. In der Relegationsrunde- zerplatzten die Träume der Kallenhardter. Den letzten Aufstieg gab es 2013, als der Klub unter dem Trainerduo Thorsten Arnskötter und Bernd Klasberg wieder in die Kreisliga B zurückkehrte.
Neben den Meisterschaftsspielen waren auch die Pokalturniere in den 1970er und 1980er Jahren eine große Attraktion in Kallenhardt.
Stolz ist man im Bergdorf auch auf das soziale Engagement. Seit drei Jahren besteht die Kooperation mit der Behindertenmannschaft Torfabrik Meschede, die auch in diesem Sommer wieder zu einem Freundschaftsspiel in den Dorfpark kommt und vom TV Kallenhardt unterstützt wird. Seit vergangenem Sommer spielt die Mannschaft in der Regionalliga.
 

Kuriositäten
Hinter dem ersten Sportplatz an der Sandkuhle war ein so genannter „Aasfriedhof“ untergebracht. Dort wurden eingegangene Tiere der umliegenden Bauernhöfe vergraben.
Zu einem besonderen Vorfall kam es vor einigen Jahrzehnten, als die Kallenhardter morgens beim Blick auf den Sportplatz feststellten, dass ihre Tornetze gestohlen wurden.  Einige Jugendliche hatten die Netze entwendet, um sie mit nach Warstein auf den Höhlensportplatz zu nehmen. Dort fand ein Jux-Turnier statt.
Meiste Zuschauer
Mitte der 1980er Jahre hatte der TV Kallenhardt seine goldenen Jahre. Wie erwähnt gab es den legendären Dreikampf an der Spitze der Kreisliga A Lippstadt.
Am Sonntag, 31. März 1985 kam es im Dorfparkstadion zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer TV Kallenhardt und dem Zweitplatzierten TSV Rüthen.
Mehr als 500 Zuschauer kamen in den Dorfpark, um das vorentscheidende Gipfeltreffen zu sehen. Kallenhardt verlor mit 0:1 und musste am Ende der Saison dem Lokalrivalen den Vortritt lassen. „Das Hinspiel konnten wir noch 1:0 gewinnen, im Rückspiel hat es leider nicht gereicht“, weiß Schmidt.
Gut 300 Zuschauer kamen zum Westfalenpokal- Gastspiel des FC Paderborn 1980 ins Kallenhardter Dorfparkstadion.

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