+++ Kallenhardter Aufstiegshelden von 1980 nun noch einmal zusammengetrommelt +++

Kallenhardt - Ein besonderes Wiedersehen: 40 Jahre nach ihrem Aufstieg in die Bezirksliga kam die ehemalige A-Juniorenmannschaft des TV Kallenhardt nun erneut im Dorfparkstadion zusammen, um in Erinnerungen zu schwelgen und alte Triumphe aufleben zu lassen. Anders als damals: Aus der roten Asche ist in Kallenhardt mittlerweile ein künstliches Grün geworden.

 

Wir schreiben das Spieljahr 1979/80: Ein blutjunges Team - gespickt mit 15-, 16- und 17-jährigen Nachwuchsfußballern aus dem Ort (eine B-Jugend gab es damals in Kallenhardt nicht) - mischt die Kreisliga der A-Junioren auf. Zwar lief der Saisonstart, mit einem 1:1-Unentschieden daheim gegen Mellrich, alles andere als wunschgemäß, danach allerdings nahm die TVK-Mannschaft Fahrt auf und war fortan - in jeglicher Hinsicht - nicht mehr zu bremsen. In Langeneicke wurde schließlich die Kreismeisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga unter Dach und Fach gebracht. Und die Kallenhardter Nachwuchskräfte hatten für den Fall der Fälle natürlich vorgesorgt: Denn im Koffer für das Auswärtsspiel im Geseker Ortsteil befanden sich nicht etwa die Trikots, Hosen und Stutzen der Spieler, sondern jede Menge Pullen Sekt. "Über die Arroganz habe ich mich damals tierisch geärgert, schließlich musste jedes Spiel erst einmal gespielt werden", erinnert sich Erfolgscoach Hans-Josef Wessel, der mittlerweile als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Rüthen tätig ist, heute mit einem Lächeln an diesen besonderen Moment zurück.
Die Kallenhardter trommelten nun noch einmal jene Aufstiegshelden von 1980 zusammen. Und auch der Erfolgstrainer fehlte beim geselligen Miteinander nicht: Hans-Josef Wessel, damals 28 Jahre jung, war zu dieser Zeit noch als Lehrer beschäftigt. "Die Mannschaft hatte immer riesigen Respekt vor ihm", schwelgt Defensivspieler Josef Becker in Erinnerungen. "Mit Duzen war da nicht viel. Da wurde der Trainer noch anstandshalber gesiezt. Das gehörte sich einfach so." Hans-Josef Wessel hatte seine Truppe jedenfalls voll im Griff - von der ersten Sekunde seines Engagements an. "Obwohl die Jungs es mir wirklich auch sehr leicht gemacht haben, ich ihnen groß gar nichts beibringen musste", sagt Wessel heute. "Sie waren zwar spätpubertär, hatten alle aber einen ganz feinen Charakter. Und vor allem richtig Bock aufs Kicken. Das war am Ende für mich das Entscheidende." Dabei kam Wessel zum Trainerjob mehr oder weniger wie die Jungfrau zum Kinde: "Eigentlich wollte ich damit gar nichts zu tun haben." Und dennoch stand er kurze Zeit später, als viele seiner Schüler ihn solange auf den Zahn gefühlt hatten, bis er nicht mehr Nein sagen konnte, als Verantwortlicher auf dem Trainingsplatz. Und daraus entwickelte sich im Nachhinein eine Erfolgsstory. Denn Wessel formte eine echte Meister-Mannschaft, die am Saisonende nach 20 Spielen auf satte 39:1-Punkte - bei einem Torverhältnis von 112:11 - kam. Wessel: "Es war eine wunderbare Zeit, eine tolle Truppe, die wir da hatten. Auch der Zusammenhalt untereinander war fantastisch und absolut vorbildlich. Ich möchte keine Sekunde missen, denke oft und gerne daran zurück."
Thorsten Arnskötter, damals als beinharter Verteidiger bei den Gegenspielern gefürchtet und nun einer der Initiatoren dieses Ehemaligen-Treffens, erzählt: "Unsere Defensive war unglaublich stabil, die Offensive kaum zu bändigen. Antonius Linnemann, Andreas Bartmann, Ludger Rüther und Alfred Teipel mischten die gegnerischen Abwehrreihen förmlich auf." Weitere Kuriosität in der Aufstiegs-Saison 1979/80: Das Innenverteidiger-Paar, Thorsten Arnskötter und Dieter Menzel, erzielte zusammen sagenhafte 29 (!) Tore. Das 112, und damit letzte dieser Spielzeit, war jedoch Teamkollege Josef Becker vorbehalten, laut Wessel sonst eher ein "Mann für's Grobe auf dem Fußballplatz". Er traf mit einem fulminanten 40 Meter-Schuss direkt ins Schwarze. Thorsten Arnskötter: "Unser damals schärfster Konkurrent um die Meisterschaft war Allagen. Aber auch die haben wir letztendlich in Schach halten können." Nach einem überragenden Jahr feierten die Kallenhardter Youngsters schließlich den Titel. Der Aufstieg in die Bezirksliga war ihnen gewiss, und dieser darüber hinaus noch hochverdient. Doch viele von ihnen kamen anschließend nicht mehr in den Genuss, überkreislich zu spielen, da sie altersbedingt in den Seniorenbereich wechselten. Die darauffolgende Kallenhardter A-Jugend stieg schließlich - nach nur einer Bezirksliga-Saison - direkt wieder ab. Thorsten Arnskötter ist sich heute noch sicher: "Mit der Truppe, die wir damals zur Verfügung hatten, wäre soviel mehr möglich gewesen." Doch berufliche und studienbedingte Verpflichtungen sorgten dafür, dass das Team mehr oder weniger auseinanderfiel.
Nun blickten die Kallenhardter noch einmal wohlwollend auf ihren errungenen Titel von vor 40 Jahren zurück. Dafür extra aus Hamburg angereist war Manfred Ebers. Viele Spieler von damals verteilen sich mittlerweile auf ganz Deutschland. Thorsten Arnskötter: "Das heutige Treffen ist wirklich einzigartig. Man hat viele von ihnen eine sehr lange Zeit gar nicht gesehen." Der einstige Stürmer und Torjäger, Alfred Teipel, verdeutlich noch einmal: "Es hat einfach wunderbar zusammengepasst. Hinten war es quasi eine Zu-Null-Abwehr, und vorne musste man meistens nur die Dinger reinschlagen und irgendwer hat das Leder dann schon im gegnerischen Tor untergebracht. Schön, dass man alte Weggefährten von früher nun noch mal wieder trifft und sich mit ihnen über die guten alten Zeiten austauscht." Der Abend klang schließlich in geselliger Runde aus.

Zur Kallenhardter Aufstiegs-Elf gehörten damals:
Bertram Cramer im Tor, Dieter Menzel, Manfred Ebers, Thorsten Arnskötter, Willi Lenz, Klaus-Peter Risse, Ulrich Franke, Klaus-Günther Großmann, Antonius Linnemann, Joachim Brandschwede, Ludger Rüther, Alfred Teipel, Andreas Bartmann, Dietmar Aust, Josef Becker, Betreuer Bernard Arnskötter und Trainer Hans-Josef Wessel.

 

 

Quelle: Der Patriot/Thorsten Heinke

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